15 Jahre NaKu - 15 Jahre Natürlicher Kunststoff

15 Jahre NaKu

Vom Pionier und Visionär zum Energy Globe Award

Wie alles es begann – die ersten Gedanken

Als die Kinder von Ute und Johann Zimmermann noch klein waren (Moritz steckt jetzt gerade mitten in der Matura, Johann Jr. studiert heutzutage bereits), mussten sich die Eltern bereits rechtfertigen, wie viel Einwegkunststoff bei einer vierköpfigen Familie so über den Abfall eigentlich entsorgt wird und warum alle bei einem System mitmachen, dass so klar in eine falsche Richtung geht. So begann die Suche, ob es denn wirklich keine Alternative dazu gibt.

Bereits 1999/2000 hatte Johann Zimmermann das erste Mal mit dem damals neuen Kunststoff (Biokunststoff auf Basis von Lignin) zu tun. Es hat beide Zimmermanns fasziniert, dass es ein 100% biobasiertes nachwachsendes Material gibt, auch wenn es gestunken und geklebt hat und auch für Spezialisten war es schwierig, irgendwas aus der Maschine zu bekommen.

Der Weg in die Selbständigkeit und zur Firmengründung

Ute und Johann Zimmermann hatten schon seit 1994 immer den Wunsch, selbst ein Unternehmen zu gründen. Ausschlaggebend, diesen Schritt nun endlich zu gehen, waren dann einige Impulse aus dem Bekanntenkreis und der damalige Chef von Johann Zimmermann, der von diesem langjährigen Wunsch wusste.

Die Namensfindung und das erste Produkt

Gesagt, getan – es stellte sich nun die Frage, wie man das Unternehmen überhaupt nennen soll? Ute und Johann Zimmermann haben sich schon sehr früh für den Kernbegriff „natürlicher Kunststoff“ – die heutige Kurzform „NaKu“ – entschieden, weil ihnen Bio dafür zu unpassend war. Es gab ja damals diese klare Einteilung der Biokunststoffe noch nicht und auch noch keine Definition wie man diese Kunststoffe genau nennen sollte.

Der Name war somit gefunden, jetzt musste nur noch ein erstes Produkt aus Biokunststoff entwickelt werden. Kurzum – das heute bekannte NaKu-Sackerl war geboren. Im Laufe der folgenden Jahre kamen zu dieser ersten Variante immer neue Sackerl aus Biokunststoff hinzu. Einerseits als Bio-Tragetasche in unterschiedlichen Größen und Stärken, andererseits für spezielle Einsatzzwecke im Haushalt wie der Bio-Gefrierbeutel, das Bio-Frischhaltesackerl oder der Bio-Müllbeutel. Innovationen wie der Kleidersack aus Biokunststoff für Putzereien oder der NaKu Pflanzsack folgten.

Die ersten Jahre

Als Visionär und Pionier hat man es nicht immer leicht. Die Jahre bis 2017 waren für NaKu herausfordernd. NaKu wurde immer wieder mit den gleichen Argumenten angefeindet: Biokunststoff sei gar nicht Bio, Biokunststoff ist kein nachwachsender Rohstoff. NaKu sei bloß Greenwashing. Biokunststoff ist aus genmanipulierten Pflanzen, usw.

Es gab vor allem auch in der Kunststoffindustrie großes Beharren gegen diesen neuen Werkstoff. Auch wenn es die breite Öffentlichkeit nie so schwarz-weiß, sondern mehr als grau gesehen hat, so wurde innerhalb der Kunststoffindustrie sehr schnell die Frage gestellt: Wenn DIE von NaKu das gute Plastik machen, was machen dann wir? Aber es gab auch noch andere Vorbehalte gegen Biokunststoffe. Ute Zimmermann berichtet: „Der Einsatz von biologisch abbaubaren Produkten setzt voraus, dass man sich mit Produktfolgen auseinandersetz. Es setzt voraus, wie ernst ich es mit der Nachhaltigkeit nehme. Ist sie für mich ein Feigenblatt für ein besseres Marketing, oder ist sie ein Teil meiner Unternehmensphilosophie.“

Johann Zimmermann meint dazu aus Erfahrung und vielen Gesprächen: „Der Preis war und ist der Hauptgrund für eine Entscheidung gegen ein Produkt aus natürlichem Kunststoff. Würden unsere Materialien genauso viel kosten wie herkömmliches PET, so wäre es für unsere Kunden ganz klar, sich für die Biovariante zu entscheiden. Das hat speziell auch dafür gesorgt, dass viele, mit denen wir gemeinsam Produkte entwickelt haben, sich dann doch anders entschieden haben.“

Mit Beharrlichkeit und Vertrauen in die eigenen Produkte zum Erfolg

Aber es wären nicht Johann und Ute Zimmermann, wenn sie sich durch diesen Gegenwind hätten aufhalten lassen. Beharrlich wurden die bereits erwähnten Produkte entwickelt, aus PLA folgten recyclierbare und kompostierbare Flaschen.

An der BOKU Wien wurde bereits 2009 eine Studie zur Frischhaltefunktion der NaKu Sackerl durchgeführt und es konnte nachgewiesen werden, dass Lebensmittel länger frisch bleiben – heutzutage in puncto Lebensmittelverschwendung ein Thema, aktueller denn je.

In den folgenden Jahren konnten viele Preise für die NaKu Produkte aus Biokunststoff gewonnen werden, hier seien Genius, Clusterland Award, ÖGUT Umweltpreis, Innovationspreis NÖ, DAPHNE Umwelttechnologiepreis, uvm. erwähnt.

NaKu wurde beim Energy Globe Austria als Sieger in der Kategorie Erde prämiert und ist auch für den 22. Energy Globe World Award nominiert!
NaKu gewinnt den Energy Globe Austria in der Kategorie Erde und wurde auch für den 22. Energy Globe World Award nominiert!

Die „Krönung“ stellte 2021 der Sieg beim Energy Globe Award Austria in der Kategorie Erde mit dem NaKu Pflanzsack aus Biokunstoff dar, der gemeinsam mit der HBLFA Gartenbau Schönbrunn für das Projekt Book for Trees in Kenia entwickelt worden ist.

NaKu in den Corona-Jahren

Für jedes Unternehmen stellten die letzten – durch Corona geprägten – Jahre eine ordentliche Herausforderung dar. NaKu hat diese Zeit jedoch für zeitintensive Produktneuentwicklungen und Kundenprojekte genutzt. Ein technisch besonders herausforderndes Kundenprojekt stellte hier die Wechselkartusche aus Biokunststoff für einen nachhaltigen Mehrweg-Tiegel (aus Holz und Glas) für die Naturkosmetik von freemee cosmetics dar. Weiters wurde das NOT PLASTIC WATER mit WILDALP entwickelt. Ein einzigartiges Produkt, Quellwasser aus dem Gesäuse, abgefüllt in einer speziellen NaKu PLA-Flasche. Damit wird erstmalig plastikfreier Trinkgenuss ermöglich.

Und so geht es weiter

Johann und Ute Zimmermann halten seit vielen Jahren schon Vorträge an Universitäten, Schulen und Kongressen zum Thema Biokunststoffe. Aufklärung und Weitergabe ihres langjährigen Biokunststoffwissens ist ihnen ein besonderes Anliegen. Mittlerweile tauchen am Markt vermehrt sogar gefälschte Biosackerl auf – eine klare Täuschung von Händlern, die aufgrund des Plastiksackerlverbots nur mehr leichte und abbaubare Tragetaschen aus Biokunststoff ausgeben dürfen. Auch hier ist Aufklärung und Information gefragt, entsprechende Informationsvideos wurden produziert.

Sehr intensiv wird am NaKu Double Loop und daran gearbeitet, Biokunststoffe und deren Recyclingfähigkeit besser zu positionieren. Bisherige Testläufe, Sackerl aus Biokunststoff zu recyceln, verliefen positiv. Auch erste Testproduktionen mit bereits recyceltem PLA für Flaschen waren vielversprechend.

„Für uns ist die Zusammenführung von Natur und Technik kein Widerspruch, sondern eine wichtige Basis für unsere Arbeit. Der Bio-Gedanke soll nicht vor der Verpackung aufhören und Abfall in der Generation bleiben, die ihn verursacht. Denn: Auch Kunststoff kann natürlich sein.“

DI Johann Zimmermann

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