Gefälschte Biosackerl erkennen

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Am österreichischen Markt tauchen aktuell vermehrt gefälschte Biosackerl auf, die als biologisch abbaubarer Kunststoff deklariert werden, es aber in Wirklichkeit gar nicht sind – eine klare und vorsätzliche Täuschung! Hier werden Betriebe, aber auch schlussendlich die Konsumentinnen und Konsumenten, hinters Licht geführt. Die als biologisch abbaubar deklarierten Sackerl sind in der Regel aus Polyethylen, ein deutlich billigerer Rohstoff für die Produktion von Sackler aus Erdöl. Wie ihr im Video sehen werdet, wird bewusst auf die biologische Abbaubarkeit der Sackerl hingewiesen, aber es gibt keine entsprechende Zertifizierung dafür. Für den Handel zugelassene echte Bio-Sackerl benötigen jedoch ein Zertifikat wie beispielsweise das OK compost Siegel von TÜV Austria. Aber auch hier kann man mittlerweile leider getäuscht werden, denn es gibt sogar Sackerl mit gefälschten TÜV Siegel.

Weshalb werden echte Biosackerl, die aus nachwachsenden Rohstoffen sind, eigentlich gefälscht? Seit 1. Jänner sind in Österreich herkömmliche Plastiksackerl aus Erdöl gesetzlich verboten. Biologisch abbaubare Biosackerl mit einer bestimmten Materialstärke sind jedoch weiterhin erlaubt. Die Produktion von echten Biosackerl ist teurer, als die herkömmliche Herstellung aus Erdöl.

Wenn gefälschte Biosackerl auf dem Markt sind, ist es für Konsumentinnen und Konsumenten aber auch den Handel schwierig, diese von den echten zu unterscheiden, da verständlicherweise auf die Deklaration auf den Sackerln vertraut wird. Wir haben deshalb ein Tutorial für den Selbsttest zu Hause erstellt. Mit drei sehr einfachen Methoden kann jeder sehr schnell herausfinden, ob das getestete Sackerl aus biologisch abbaubarem Biokunststoff besteht oder nur aus herkömmlichem Plastik und somit gefälscht bzw. falsch deklariert ist.

Erste Testmethode

Ein herkömmliches Plastiksackerl aus Polyethylen erzeugt beim Rascheln ein eher blechern und lautes Geräusch. Sackerl aus echtem Biokunststoff klingen leiser und dumpfer.

In der Haptik unterscheiden sich echte und gefälschte Sackerl dadurch, dass Polyethylen (gefälschte Sackerl) sich leicht steif und etwas schmierig anfühlt. Sackerl aus Biokunststoff fühlen sich im Vergleich dazu sehr samtig und angenehm weich an.

Zweite Testmethode

Die zweite Testmethode ist im Ergebnis besonders eindeutig. Denn Polyethylen (gefälschte Sackerl) hat eine leicht geringere Dichte als Wasser, Biokunststoff hat jedoch eine höhere Dichte. Die beiden Sackerl können ganz einfach in Wasser getaucht werden. Sackerl aus natürlichem Kunststoff werden im Wasser absinken, das Polyethylen-Sackerl hingegen jedoch aufschwimmen. Um das Ergebnis eindeutiger zu machen, kann man am besten auch Salz ins Wasser hinzugeben, um die Dichte des Wassers zu erhöhen. Seife oder ein Geschirrspülmittel kann man auch hinzugeben, um die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern, wodurch die zu vergleichenden Kunststoffe leichter eingetaucht werden können. Aufpassen muss man nur darauf, dass man keine Luftblasen mit untertaucht. Tipp: Keine ganzen Sackerl eintauchen, sondern kleine Stücke aus den zu testenden Sackerl ausschneiden und diese dann ins Wasser zu tauchen.

Dritte Testmethode

Die dritte Testmethode ist die Brennprobe. Bei der Brennmethode ist jedoch Vorsicht geboten, denn Plastik brennt gut. Am besten diesen Test im Freien und auf feuerfestem Untergrund durchführen. Achtung! Beim Anzünden können heiße Tropfen hinunterfallen. Bei Teststücken aus Polyethylen werden diese Tropfen sogar weiterbrennen. Beim natürlichen Kunststoff hingegen werden schwarze Rußstücke übrigbleiben.

Die Flamme der beiden Kunststoffen unterscheidet sich. Polyethylen hat eine stark gelbe und rußende Flamme, Biokunststoffe brennen weniger stark und die Flamme ist weniger stark gelb und auch weniger rußend.

Am Geruch werden Sie ebenso Unterschiede feststellen können. Polyethylen riecht nach Kerzenwachs und wird für Sie den bekannten verbrannten Plastikgeruch haben. Sackerl aus Biokunststoff riechen beim Verbrennen hingegen natürlich, der Geruch erinnert an verbranntes Karamell oder Popcorn.

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